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Kein Haushalt ist keine Option – Verhandlungen zum EU-Haushalt in der heißen Phase
Die Verhandlungen zum EU-Haushalt 2028–2034 gehen in die finale Runde. In wenigen Tagen erwarten wir einen neuen Vorschlag für die Höhe des Haushalts von der federführenden irischen Ratspräsidentschaft, da meldet sich Bundeskanzler Friedrich Merz zu Wort:„Keinen neuen Finanzrahmen zu haben, ist für Deutschland die finanziell mit Abstand günstigste Lösung“, sagte er in dieser Woche. Diese Aussage ist töricht. Das Scheitern des EU-Haushalt wäre eine Katastrophe für die EU und für Deutschland. Wer mit dem Shutdown Europas spielt, stößt ins gleiche Horn wie die Marine Le Pens in Europa.
Auch finanziell macht Kanzler Merz eine gewagte Rechnung auf: Mit dem Auslaufen des jetzigen EU-Haushalts hätten die Mitgliedstaaten weiterhin Zahlungsverpflichtungen an die EU, die Corona-Schulden müssten dennoch abbezahlt werden, zugleich würden Agrar- und Strukturförderprogramme auslaufen und es gäbe keine neuen Erasmus-Stipendien und Horizont Europa-Projekte mehr. Für Deutschland also ein Nettoverlust und damit für Landwirte, Bundesländer, Studierende und Forscher:innen auch.
Das ist kein Sparmodell, sondern Stillstand und eines deutschen Bundeskanzler nicht würdig.
Wir sind uns einig: der Vorschlag der Kommission für den EU-Haushalt kann nicht so bleiben. Aber mehr als um die Zahlen, sorge ich mich um die Umstrukturierung der Mittelverwaltung und der Nationalisierung der Strukturförderung. Im Europäischen Parlament kämpfen wir für einen EU-Haushalt, der den Aufgaben gerecht wird.
Matthias Ecke, MdEP
Aufstieg muss von Leistung abhängen – nicht von Herkunft und Vermögen
Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser hat den Jahresbericht 2026 zur Lage der ostdeutschen Länder vorgestellt. Der Bericht macht deutlich: Die Menschen in Ostdeutschland haben ein starkes Bedürfnis nach fairen Aufstiegschancen. 95 Prozent sind der Ansicht, dass Leistung und Fleiß für gesellschaftlichen Aufstieg eine wichtige Rolle spielen sollten. Tatsächlich erleben dies jedoch nur 69 Prozent als entscheidend. Zwischen Anspruch und wahrgenommener Wirklichkeit liegen damit 26 Prozentpunkte.
Gleichzeitig sehen viele Menschen Vermögen, soziale Herkunft und persönliche Beziehungen als wichtige Faktoren für den eigenen Aufstieg. Das zeigt: Noch immer entscheidet zu häufig die Ausgangslage darüber, welche Möglichkeiten Menschen im Leben haben.
Dabei wollen die Menschen Verantwortung für ihr eigenes Vorankommen übernehmen. 60 Prozent sehen die Verantwortung dafür vor allem bei sich selbst. Wenn es dagegen darum geht, sozialen Abstieg zu verhindern, sehen sie stärker die Politik in der Verantwortung.
Beides gehört zusammen: Eigenverantwortung braucht Sicherheit. Wer darauf vertrauen kann, im Fall eines Rückschlags nicht sofort die eigene Existenz zu verlieren, kann Chancen ergreifen, sich weiterbilden, den Arbeitsplatz wechseln oder den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.
Deshalb brauchen wir gute Bildung, gute Arbeit, wirtschaftliche Chancen und einen verlässlichen Sozialstaat. Gerade in Ostdeutschland müssen dabei auch die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen bei Vermögen, Einkommen und gesellschaftlicher Repräsentation berücksichtigt werden.
Herkunft, Vermögen und Wohnort dürfen nicht darüber entscheiden, wie weit ein Mensch kommen kann. Wer wenig oder nichts erbt, muss ebenso die Chance haben, sich etwas aufzubauen. Das Aufstiegsversprechen bedeutet deshalb: faire Chancen schaffen, Eigenverantwortung ermöglichen und dafür sorgen, dass Leistung tatsächlich einen Unterschied macht.
Holger Mann, MdB, Sprecher der Landesgruppe Sachsen
Wer unsere Demokratie abschaffen will, muss mit hartem Widerstand rechnen. Jetzt ist es Zeit zu handeln.
Kathrin Michel, Co-Vorsitzende der SPD Sachsen und Bundestagsabgeordnete:
„Was wir derzeit in Sachsen-Anhalt erleben, zeigt, wie konkret die Herausforderung für unsere Demokratie geworden ist. Wir wissen seit Jahren, was Rechtsextreme wollen und wie sie versuchen, Vertrauen in den Staat zu zerstören, Menschen gegeneinander aufzubringen und demokratische Institutionen verächtlich zu machen. Es fehlt nicht an Erkenntnissen. Jetzt ist es Zeit zu handeln.
Das Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion zur wehrhaften Demokratie ist deshalb ein wichtiger Schritt. Wir müssen unseren demokratischen Staat so schützen, dass seine Gegner ihn nicht mit seinen eigenen Mitteln schwächen können. Unabhängige Gerichte und Kontrollinstanzen, freie Medien, Wissenschaft und politische Bildung müssen geschützt sein.
Unser Föderalismus ist dabei eine Stärke. Macht ist in Deutschland bewusst verteilt. Keine Regierung soll den Staat allein unter ihre Kontrolle bringen können. Diese Schutzfunktion müssen wir konsequent nutzen.
Auch Grundrechte dürfen nicht davon abhängen, welche politische Mehrheit gerade regiert. Gerade die Rechte von Frauen, Menschen mit Behinderungen und queeren Menschen müssen verlässlich geschützt sein.
Aber wehrhafte Demokratie bedeutet viel mehr, als Institutionen und Rechte abzusichern. Sie muss sich auch wehren.
Deshalb müssen Bund und Länder jetzt unverzüglich das vorhandene Material zur AfD zusammentragen und die Voraussetzungen für ein Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht schaffen.
Ich will nicht, dass wir noch jahrelang darüber diskutieren, ob ein solches Verfahren geprüft werden sollte. Wenn die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen, muss der Antrag gestellt werden.
Eine Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit der AfD ersetzt nicht die politische Auseinandersetzung. Wir müssen Vertrauen zurückgewinnen und zeigen, dass unser demokratischer Staat funktioniert und das Leben der Menschen besser macht. Aber das eine gegen das andere auszuspielen, ist falsch.
Ob die AfD verfassungswidrig ist, entscheiden weder die SPD noch die Bundesregierung oder der Bundestag. Das entscheidet das Bundesverfassungsgericht. Aber damit Karlsruhe entscheiden kann, muss das Verfahren endlich auf den Weg gebracht werden.
Unsere Demokratie ist nicht wehrlos. Sie zu schützen und die Möglichkeiten unseres Grundgesetzes zu nutzen, ist unsere Pflicht.“
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Hintergrund: Das Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion finden Sie hier.
Es geht um Gerechtigkeit, nicht um Gleichheit
Die Vorsitzenden der SPD Sachsen, Kathrin Michel und Henning Homann, fordern mit Blick auf die nach wie vor bestehende Einkommens- und Vermögenslücke zwischen Ost und West mehr Tarifbindung und eine gerecht verteilte Erbschaftsteuer.
Kathrin Michel: „36 Jahre Deutsche Einheit sind ein Grund zur Freude, zur Dankbarkeit und auch zum Stolz auf das, was wir gemeinsam geschaffen haben. Das Wunder der deutschen Wiedervereinigung konnte nur gelingen, weil Menschen in Ost und West bereit waren, diesen Weg gemeinsam zu gehen.
Wenn wir heute auf Deutschland schauen, sehen wir jedoch immer noch strukturelle Unterschiede, die vor allem die Menschen im Osten täglich spüren. Dabei geht es nicht um eine einfache Gleichheit, sondern es geht um Gerechtigkeit.”
Henning Homann: „Wenn mit Arbeit im Osten im Durchschnitt 20 Prozent weniger verdient wird als im Westen, dann gibt es dafür keinen wirtschaftlichen Grund. Es ist einzig und allein eine historisch gewachsene Ungerechtigkeit. Das dürfen wir nicht hinnehmen.
Zudem bleiben auch die Vermögensverhältnisse in einem Ungleichgewicht. Das durchschnittliche Netto-Gesamtvermögen liegt im Osten bei 125.500 Euro, im Westen bei 257.100 Euro.”
Kathrin Michel: „Wir unterstützen deshalb voll und ganz die Vorschläge von Sachsens DGB-Chefin Daniela Kolbe sowie von der Bundesbeauftragten für Ostdeutschland, Elisabeth Kaiser.
Daniela Kolbe hat sich erneut dafür ausgesprochen, das Schließen der Lohnlücke hart weiterzuverfolgen. Das gelingt mit mehr tariflich gebundenen Arbeitsplätzen am besten. Darauf müssen auch wir als Politik hinwirken. Ein Vergabegesetz mit entsprechenden Regelungen ist dafür ein gangbarer Weg.”
Henning Homann: „Elisabeth Kaiser wirbt richtigerweise für einen Ausgleich bei der Erbschaftssteuer. Da die Steuer Ländersache ist, fällt sie genau dort an, wo es etwas zu vererben gibt. Und das ist nach wie vor in den westdeutschen Bundesländern deutlich mehr.
Deshalb noch einmal ganz klar: Wir kämpfen für mehr tariflich gebundene Arbeitsplätze und eine gerecht ausgestaltete und unter den Ländern fair aufgeteilte Erbschaftsteuer.”
Termine
und Veranstaltungen
Samstag, 10. Oktober 2026, 10:00 Uhr
Gewerkschaftshaus
Augustusburger Str. 33, 09111 Chemnitz
Samstag, 24. Oktober 2026, 10:00-12:00 Uhr
Dieses Mal stellt sich die Friedrich-Ebert-Stiftung vor. Was sind die Aufgaben dieser ältesten politischen Stiftung Deutschlands, wie nimmt sie ihren politischen Bildungsauftrag wahr, wie ist sie organisiert, wie wird sie finanziert, welche Themenfelder bearbeitet sie, wie könnt Ihr an Seminaren teilnehmen und viele weitere Aspekte sollen beleuchtet werden. Anmeldung hier. Den Meetinglink bekommt Ihr danach zeitnah vor dem Termin zugeschickt.
Dienstag, 27. Oktober 2026, 19:00-20:30 Uhr
Online-Dialog der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD Sachsen: „Zwischen individueller Förderung & gläsernem Kind – datengestützte Bildung in Sachsen“.
Samstag, 31. Oktober 2026, 11:00 Uhr
Galerie KUB (Kantstraße 18, 04275 Leipzig).
Kommt gerne vorbei